Zevener Zeitung ǀ 22.05.2026 ǀ Autorin: Katarina Gromilina

Magie in Tarmstedt: So begeistert sind die Kinder von Zauber-Projekt

Magische Momente hautnah erlebt – Warum das Projekt in Tarmstedt zu einem großen Erfolg wurde

Tarmstedt Gemeinsam wachsen und das Selbstbewusstsein stärken: Das geht auch mit etwas Magie. In Tarmstedt lernen Kinder alle möglichen Tricks, um ihre Freunde zum Staunen zu bringen. Und dabei entdecken sie, wie viel Mut und Freude eigentlich in ihnen steckt.

Die Mädchen und Jungen können es kaum erwarten, wieder zu zaubern. Die Vorfreude ist riesig. Pünktlich treffen alle am Jugendtreff in Tarmstedt ein und stöbern aufgeregt in ihren Zauberboxen. Darin steckt alles, was sie brauchen: kleine Schachteln, Karten und Seile. Doch bevor sie neue Zauber-Requisiten basteln, zeigen die jungen Zauberkünstler ein paar ihrer Tricks.

Sophie zeigt mit Hilfe von Bodo Becker ihr feines Gespür für magische Schwingungen. Fünf Karten liegen bereit, die anderen Kinder wählen heimlich eine aus. »Simsalabim«, der Zauberprofi schlägt im Takt auf eine kleine Zaubertrommel und murmelt den magischen Spruch. »Es ist der Koffer«, sagt Sophie und das ist die richtige Antwort. Die anderen Kinder applaudieren laut und freuen sich gemeinsam mit ihr über den gelungenen Zaubertrick.


Nach ein paar spannenden Auftritten der Kinder lernen sie einen neuen Trick mit Karten und einer Münze. Sie staunen: Wie schafft es eine Münze, durch die Karten hindurch in einen Becher zu kommen? Zauberprofi Becker erklärt diesen Trick ganz genau. Später setzen sich alle gemeinsam an den Tisch, um an ihren neuen Zauber-Requisiten zu basteln.

Zauber-Projekt stärkt Selbstbewusstsein

»Die Erfahrungen zeigen, dass das Konzept aufgeht«, sagt Becker. Durch das Projekt »Zaubern hilft! Gemeinsam staunen Zusammen wachsen« lernen die Kinder, im Rampenlicht zu stehen. Das stärkt das Selbstbewusstsein: »Das Licht steht für meinen Auftritt und der Auftritt bringt mir Applaus und soziale Anerkennung«, sagt der Zauberprofi.

Das Zauber-Projekt erfährt zudem viel positives Feedback: »Wir hören oft von Eltern, dass Kinder, die sonst schüchtern sind, sich mehr in der Schule trauen«, sagt Janina Wieters. Die Kinder bleiben auch bei der Zauberei, berichtet die Betreuerin. »Es zieht sich wie ein roter Faden durch und die Kinder haben sich auch auf den Fortsetzungskurs gefreut.«

Auch die jungen Zauberprofis sind begeistert vom Projekt: »Mir macht es sehr viel Spaß und es sind sehr nette Leute hier«, sagt Lotta. Seit Ende Februar ist sie beim Zauberkurs im Tarmstedter Jugendtreff dabei. Auch Hannes gefällt es hier. Gemeinsam mit den anderen Kindern lernt er viele kreative Zaubertricks: »Es macht sehr viel Spaß zu zaubern«. Sein Lieblingstrick heißt: »Seil zerschneiden«.

Gemeinsam neue Ideen entwickeln

Das Projekt »Zaubern hilft!« richtet sich an alle Kinder ab acht Jahren. Gemeinsam entwickelt die Gruppe immer wieder neue Zaubertricks und verbessert Stück für Stück die Shows: »Selbst, wenn mal was schiefgeht, keiner wird ausgelacht«, sagt Wieters. Die Betreuer betonen damit den geschützten Rahmen, den das Projekt ermöglicht.

Finanziell wird das Zauber Projekt von der Aktion Mensch unterstützt. Die Sozialpädagogische Familien- und Lebenshilfe (SoFa e.V.) betreibt den Tarmstedter Jugendtreff und ist auch Trägerin des Projekts. »Es ist ein Zusammenspiel von vielen«, sagt der Veranstalter des Projekts Becker. Für die Kinder ist das Angebot kostenlos.


Ein halbes Jahr dauert ein Anfängerkurs. Dann gibt es eine Vorführung für die Eltern, Geschwister und Omas und Opas: »Man sieht dann, wie die Kinder sich vor ihren Familien trauen, einen Trick zu zeigen«, sagt Wieters. Sie und der Projektleiter Becker freuen sich jedes Mal, die strahlenden Gesichter der Kinder zu sehen. »Eigentlich ist jedes Treffen schön«, fügt Wieters hinzu. 

»Wir hören oft von Eltern, dass Kinder, die sonst schüchtern sind, sich auch mehr in der Schule trauen.«

Janina Wieters über das Projekt 
»Zaubern hilft!«


Das Zauber Projekt sei durch Aktion Mensch insgesamt auf drei Jahre bewilligt. Neben Tarmstedt gibt es das auch in Sottrum und Scheeßel. Zum Ende des Jahres 2027 planen Projektleiter Becker und seine Assistentin Wieters eine einzigartige Show zu veranstalten. Damit wollen sie den Kindern die Möglichkeit geben, auf einer größeren Bühne aufzutreten.

Das Angebot richtet sich an alle Kinder, auch an die, die mehr Unterstützung benötigen, ob physisch oder psychisch: »Niemand soll sich scheuen, sich anzumelden«, sagt Becker. Auch über Kinder im Rollstuhl freuen sich die Betreuer sehr. Genau das wollen die beiden Projekt- Betreiber weiter fördern und entwickeln. Sie sehen nämlich das Projekt als eine Hilfemaßnahme und eine echte Chance für mehr Inklusion bereits in jungen Jahren.

Neuer Anfängerkurs nach den Sommerferien

Für Becker und Wieters ist es sehr wichtig, den Kontakt mit allen Mädchen und Jungen zu pflegen: »Grundsätzlich geht's immer weiter und wir versuchen immer Sondertermine zu ermöglichen, auch in den Sommerferien«, sagt Wieters. Der reguläre Anfängerkurs fängt wie gewohnt nach den Sommerferien an. Die beiden Betreuer freuen sich jetzt schon über weitere Anmeldungen und auf viele Kinder, die erneut so viel Spaß und Freude für die Welt des Zaubers mitbringen.

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Mehr Infos gibt es online unter: www.zaubernhilft.de.

Zevener Zeitung ǀ 23.05.2026 ǀ Text & Fotos: Katarina Gromilina